Mehr Menschen schützen sich vor Coronaviren


BfR Corona Monitor, 31. März 2020

6. April 2020

Melanie Arens

Allgemein, News, Public, Update Coronavirus

Coronavirus, Covid19, Pandemie

Die zweite Ausgabe des „BfR-Corona-Monitors“, für den Kantar im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung wöchentlich telefonische Befragungen durchführt, zeigt, dass die Wahrnehmung der Gefahr durch das Virus in der Öffentlichkeit unvermindert präsent ist. Das Coronavirus versetzt die Bevölkerung in Deutschland in zunehmende Besorgnis.

Gegenüber der Vorwoche sank der Anteil der Befragten, die sich nicht schützen, um zehn Prozentpunkte auf 22 Prozent. Das Meiden der Öffentlichkeit war nach wie vor die von den Befragten am häufigsten spontan genannte Schutzmaßnahme. Eine größere Bedeutung als in der Vorwoche hatte dagegen das Tragen von Schutzkleidung wie Masken oder Handschuhe. Während in der letzten Woche nur rund sechs Prozent der Befragten Schutzkleidung als Maßnahme gegen eine Ansteckung nannten, lag der Anteil in dieser Woche bereits bei 16 Prozent. Auch die Nutzung von Desinfektionsmitteln wurde von den Teilnehmern der Umfrage häufiger angegeben.

Die Akzeptanz einzelner Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus ist leicht rückläufig. Während das Absagen von Veranstaltungen, das Einschränken von Reisen sowie Quarantänemaßnahmen weiterhin von mehr als 90 Prozent der Befragten als angemessen bewertet wurden, sanken die Akzeptanz der Ausgangssperre und des Kontaktverbotes ab. So wurde ein Kontaktverbot von 88 Prozent als angemessen beurteilt (-4 Punkte), die Zustimmung zur Ausgangssperre verringerte sich um sieben Punkte auf 67 Prozent.

Die Nähe zu anderen Personen (79 Prozent) und Türklinken (63 Prozent) werden nach wie vor von den meisten Befragten als wahrscheinliche Übertragungswege einer Corona-Infektion gesehen. Doch auch Lebensmittel rücken als Übertragungsweg mehr in den Fokus: Während in der vorigen Woche nur zwölf Prozent der Befragten hierin ein hohes Übertragungsrisiko sahen, lag der Wert diese Woche bei 18 Prozent. Ein solcher Infektionsweg ist nach heutigem Wissensstand jedoch unwahrscheinlich und durch Hygiene zu vermeiden (siehe Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung).

Im Vergleich zur Vorwoche fällt auf, dass sich die Umfrageteilnehmer über das Geschehen zum neuartigen Coronavirus mehr über Medien – insbesondere das Fernsehen – informieren, während soziale Kontakte – vermutlich auch auf Grund der vorgeschriebenen Kontakteinschränkungen – an Bedeutung verloren haben.

Parallel dazu sinkt der Anteil der Befragten, die sich (gar) nicht sicher sind, sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen zu können um zehn Prozentpunkte auf 29 Prozent.

Über den BfR Corona-Monitor

Der BfR Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020 werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR Corona-Monitor. 

Die Ergebnisse der zweiten Welle können Sie hier herunterladen.

Über das BfR  

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Die Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung ist hier abrufbar. 


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