6. Mai 2020

Hohe Wertschätzung für wissenschaftliche Expertise in Zeiten von Corona


61 Prozent rechnen damit, dass es Forschenden in absehbarer Zeit gelingen wird, ein Medikament oder einen Impfstoff zu entwickeln, mit dem die Pandemie in den Griff zu bekommen ist

Das Vertrauen der Deutschen in Wissenschaft und Forschung ist vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Das zeigt das aktuelle Wissenschaftsbarometer Corona Spezial, eine Sonderausgabe des sonst jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD) herausgegebenen Wissenschaftsbarometers, die von Kantar im April durchgeführt wurde. 

Drei von vier Deutschen geben in der Erhebung an, dass sie Wissenschaft und Forschung vertrauen. In den vergangenen Jahren erklärte dies rund die Hälfte der Deutschen. Dabei zeigen sich mit 20 Prozent aktuell deutlich weniger Befragte unentschieden bezüglich ihres Vertrauens in Wissenschaft und Forschung als in den vergangenen Jahren.

„Das Vertrauen vieler Menschen bringt eine große Verantwortung für die Forschung selbst und für die Kommunikation von Wissenschaft in Öffentlichkeit und Politik mit sich. Forscherinnen und Forscher und alle Vertreterinnen und Vertreter des Wissenschaftssystems sollten sich dessen bewusst sein und sich bei der öffentlichen Kommunikation über Wissenschaft und Forschung an Werten wie Integrität und dem Gemeinwohl sowie an den Leitlinien guter Wissenschaftskommunikation orientieren“, sagt Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog.

Keine Scheu vor Kontroversen
Die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich aktuell zu Corona äußern, deutlich unterscheiden zwischen gesichertem Wissen und noch offenen Fragen. Kontroversen zwischen Forschenden werden von der Bevölkerung auch in Zeiten der Corona-Pandemie eher positiv gesehen: Ähnlich wie in den Umfragen von 2018 und 2019 teilen rund zwei Drittel die Auffassung, dass Kontroversen zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hilfreich sind, damit sich die richtigen Ergebnisse durchsetzen. „Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen die Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit nachvollziehen können. Das sollte für Forscher ein Ansporn sein, noch stärker hervorzuheben, dass wissenschaftliche Erkenntnisse vorläufigen Charakter haben und Annahmen sich ändern können – und dass unterschiedliche Interpretationen zur wissenschaftlichen Diskussion dazugehören“, sagt Dr. Katrin Rehak-Nitsche, Leiterin des Bereichs Wissenschaft der Robert Bosch Stiftung GmbH.

Wertschätzung wissenschaftlicher Expertise und Erwartungen an die Forschung
Fast 90 Prozent der Bevölkerung halten die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für wichtig, um die Verbreitung von Corona in Deutschland zu verlangsamen. 61 Prozent rechnen damit, dass es Forschenden in absehbarer Zeit gelingen wird, ein Medikament oder einen Impfstoff zu entwickeln, mit dem die Pandemie in den Griff zu bekommen ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen von der Politik beachtet werden
81 Prozent der Deutschen wollen, dass politische Entscheidungen im Umgang mit Corona auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Bei der Frage, ob Forschende sich selbst in Politisches einmischen sollten, liefert das Wissenschaftsbarometer Corona Spezial ein gemischtes Stimmungsbild: 39 Prozent sehen dies als Aufgabe der Wissenschaft, 26 Prozent sind unentschieden und laut 32 Prozent der Befragten sollten sich Wissenschaftler nicht in die Politik einmischen.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden. Die Presseinformation von Wissenschaft im Dialog (WiD) ist hier erhältlich.

Über Wissenschaft im Dialog:  
Wissenschaft im Dialog (WiD) ist die Organisation für Wissenschaftskommunikation in Deutschland. WiD bringt Wissenschaft und Öffentlichkeit ins Gespräch, fördert das Bewusstsein für die gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaft und stärkt das Verständnis ihrer Prozesse und Erkenntnisse. Dafür organisiert WiD deutschlandweit Diskussionen, Schulprojekte, Ausstellungen, Wettbewerbe und Online-Portale rund um Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation. WiD entwickelt beständig neue Kommunikationsformate, die den Dialog mit der Gesellschaft stärken, kontroverse Themen in den Fokus rücken und neue Zielgruppen erreichen. Die gemeinnützige Organisation wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Stifterverbands von den großen deutschen Wissenschaftsorganisationen gegründet. Als Partner kamen Stiftungen hinzu. Maßgeblich unterstützt wird WiD vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. www.wissenschaft-im-dialog.de


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