2. Welle im Covid-19 Barometer: Die finanziellen Unsicherheiten überwiegen immer mehr die gesundheitlichen Bedenken


Die zweite Welle des Covid-19 Barometers mit mehr als 30.000 Verbrauchern in über 50 Märkten Der Nachrichtenkonsum steigt und die Menschen gestalten Ihren Alltag achtsamer

15. April 2020

Beatrice Richert

Allgemein, Brand, Media, Presseinformationen, Studien, Update Coronavirus

Corona, Corona-Krise, Coronavirus, Covid19

Die Finanzielle Sorgen nehmen aktuell den höchsten Stellenwert ein

Mehr als die Hälfte der Menschen weltweit (52 Prozent) gibt an, dass ihr tägliches Leben jetzt von der aktuellen Situation beeinflusst wird – gegenüber 39 Prozent in der ersten Befragungs-Welle. Überall auf der Welt nimmt die allgemeine Besorgnis mit dem Fortschreiten der Pandemie zu. Besonders deutlich wird dieser Anstieg in Großbritannien (Steigerung um 23 Prozentpunkte auf 82 Prozent) und in den USA (Steigerung um 21 Prozentpunkte auf 79 Prozent). 

Finanzielle Sorgen überwiegen die persönlichen gesundheitlichen Bedenken. 68 Prozent der Menschen sagen, dass die Situation eine proaktivere Finanzplanung erfordert (gegenüber 62 Prozent in Welle 1), und 60 Prozent sind besorgt über die Fähigkeit der Wirtschaft, sich zu erholen (53 Prozent in Welle 1). Nur 50 Prozent der Menschen sind besorgt, krank zu werden, im Vergleich zu 45 Prozent in der ersten Welle der Studie. 

Die Sorge bezüglich der finanziellen Situation wird getrieben durch die Auswirkungen, die Covid-19 auf die Haushaltseinkommen hat. Millennials sind am stärksten betroffen. 78 Prozent der 18- bis 34-Jährigen geben an, dass ihr Haushaltseinkommen durch die Krise bereits gesunken ist oder noch sinken wird. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 71 Prozent.  

Der Nachrichtenkonsum steigt, die Menschen wollen informiert bleiben: 

Für mehr als einem Drittel der Befragten weltweit (34 Prozent) ist es derzeit vorrangig vorbereitet zu sein und gut informiert zu bleiben. Landesweit ausgestrahlte Fernsehersender und überregionale Zeitungen werden nach wie vor als die vertrauenswürdigsten Informationsquellen angesehen (54 Prozent im Vergleich zu 52 Prozent aus der ersten Welle).  

Die Kantar-Studie verzeichnet einen signifikanten Zuwachs an Zuschauern und Lesern auf der ganzen Welt: 

  • In China hat sich die Sendezeit für Nachrichtensendungen in den ersten drei Monaten des Jahres von neun Stunden (im Jahr 2019) auf 18,5 Stunden im Jahr 2020 mehr als verdoppelt.
  • In 2020 waren in Großbritannien 17 der 20 meistgesehenen Sendungen BBC News.
  • In Brasilien ist der Anteil der Zeit, in der Nachrichten gesehen werden, bis zum März um ein Drittel gestiegen.

Das Vertrauen in Regierungs-Websites ist auf 54 Prozent gestiegen, gegenüber 48 Prozent während der ersten Welle der Untersuchung. Das lässt den Schluss zu, dass sich die Menschen mit zunehmender Schwere der Pandemie vermehrt an ihre Regierung wenden, wenn es um Informationen und Unterstützung geht.

Die am stärksten Betroffenen sehen die Situation als Gelegenheit für einen Neustart

Junge Erwachsene spüren eher die finanziellen Auswirkungen des Coronavirus und erleben die größten Veränderungen in ihrem täglichen Leben. Viele entscheiden sich für eine gesündere Lebensweise. Die Menschen versuchen Ihren Alltag achtsamer zu gestalten. Die Altersgruppen 55+ versuchen, trotz der großen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit möglichst viel Sonnenlicht zu tanken. 

  • 59 Prozent der 18- bis 34-Jährigen geben an, sich gesünder zu ernähren. 
  • 57 Prozent nutzen dies als Gelegenheit, um erholsamen Schlaf zu bekommen. 
  • 48 Prozent trainieren regelmäßiger. 
  • 44 Prozent konzentrieren sich auf ihre persönliche Entwicklung. 
  • 25 Prozent üben Meditation aus. 

Die Erwartungen der Verbraucher an Unternehmen steigen weiter: 

Die Ergebnisse aus der ersten Welle der COVID-19-Barometer-Umfrage zeigen, dass die Menschen von den Unternehmen erwarten, dem Wohlergehen ihrer Mitarbeiter Vorrang einzuräumen und ihren Beitrag zur Unterstützung der Gesellschaft in der Pandemie zu leisten. Die Analyse der Daten aus der zweiten Welle deutet darauf hin, dass Verantwortung der Unternehmen gegenüber der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Die Menschen erwarten von den Unternehmen mehr praktische Hilfe, einschließlich dem Spenden nützlicher Gegenstände und der Unterstützung der Regierung.

47 Prozent (41 Prozent in der ersten Welle) der Menschen erwarten, dass Unternehmen Krankenhäuser in der Krise unterstützen, während 39 Prozent (35 Prozent in der ersten Welle) sagen, dass Unternehmen die Regierungen stärker unterstützen sollten.

Wie Unternehmen, stehen auch Marken im Blickpunkt der Öffentlichkeit – und es wird von ihnen erwartet, dass sie praktisch, realistisch und hilfreich sind. 31 Prozent der Menschen wollen, dass Marken ihnen im Alltag helfen. Das deutet darauf hin, dass man sich im Leben nach der Pandemie daran erinnern wird, wie Marken sich jetzt verhalten.

Nur acht Prozent der Verbraucher sind der Meinung, dass Unternehmen mit der Werbung aufhören sollten, wobei viele behaupten, dass sie eine willkommene Ablenkung darstellt, die die meisten an normalere Zeiten erinnert.

Über die Studie

Die Ergebnisse der Analyse wurden in der ersten und zweiten Welle des globalen Covid-19-Barometers von Kantar erhoben. Für die erste Welle der Studie sprachen wir zwischen dem 14. und 23. März 2020 mit über 25.000 Menschen in über 30 Ländern. Für die zweite Welle haben wir zwischen dem 27. und 30. März über 30.000 Menschen in über 50 Märkten interviewt. Pro Land nahmen mehr als 500 Befragte sowohl online als auch per Telefon an der Studie teil.    

Um einen Vergleich zu ermöglichen erstreckt sich diese Analyse auf die Länder, die in Welle 1 und Welle 2 der Befragung enthalten waren: Belgien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Nigeria, Polen, Portugal, Republik Irland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Schweiz, Thailand, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, USA.

Kantar’s COVID-19-Barometer ist die führende Studie darüber, wie COVID-19 das Verhalten, die Einstellungen und die Erwartungen der Konsumenten beeinflusst. Der vollständige Datensatz ist im Abonnement unter www.kantar.com/Campaigns/Covid-19-Barometer erhältlich.

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