Ansteckung mit dem Coronavirus: Am meisten gefürchtet ist der Kontakt zu anderen Menschen und das Anfassen von Türklinken


BfR Corona Monitor, 24. März 2020

BfR Corona Monitor

30. März 2020

Melanie Arens

Allgemein, News, Public, Update Coronavirus

Welche Auswirkungen des neuartigen Coronavirus nehmen die Menschen in Deutschland besonders wahr? Und wie sehen die Befürchtungen der Deutschen hinsichtlich des Infektionsrisikos aus? Ergebnisse dazu zeigt der „BfR Corona-Monitor“, den Kantar im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) erstellt hat. „Künftig wollen wir jede Woche messen, wie die Bevölkerung in Deutschland das Risiko durch das neuartige Coronavirus wahrnimmt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Wir hoffen, dass uns diese repräsentative Umfrage damit eine Art ‚Fieberkurve‘ liefert, aus der sich ablesen lässt, wie die Menschen das Risiko einschätzen und mit ihm umgehen.“ 

Als einen wahrscheinlichen Übertragungsweg für den Krankheitserreger sehen die Deutschen hauptsächlich die Nähe zu anderen Menschen (81 Prozent) und verunreinigte Türklinken (61 Prozent) an. Ein vergleichsweise hohes Ansteckungsrisiko wird bei Bargeld (45 Prozent) vermutet. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Corona-Virus durch Lebensmittel, Haustiere oder Kleidung wird hingegen meist als niedrig eingeschätzt. 

32 Prozent der Befragten ergreifen bislang keine Maßnahmen, um sich oder ihre Familie vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Rund zwei Drittel geben dagegen an, sich vor einer Ansteckung schützen zu wollen. Mit Abstand am häufigsten wird hier das Meiden der Öffentlichkeit genannt. Viele setzen zudem auf häufiges und gründliches Händewaschen, Abstand zu anderen Menschen sowie Desinfektionsmittel.  

Wurden die Interviewpartner vor die Wahl gestellt, sich entweder mit Wasser und Seife oder mit Desinfektionsmittel die Hände reinigen zu können, so entschied sich die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) für Wasser und Seife. Trotz der Maßnahmen sind sich jedoch nur 28 Prozent sicher, dass sie sich vor einer Ansteckung schützen können. 39 Prozent sind sich (gar) nicht sicher, dass sie es selbst in der Hand haben, sich zu schützen. 

Setzt man die verschiedenen Krankheiten Grippe, Coronavirus und Krebs in Relation zueinander mit der Frage, wie groß oder klein die gesundheitlichen Auswirkungen auf einen selbst eingeschätzt werden, so wird eine Krebserkrankung als am gefährlichsten eingestuft. Denn 60 Prozent befürchten durch Krebs (sehr) große gesundheitliche Auswirkungen, während 37 Prozent durch das Coronavirus und lediglich 18 Prozent durch die Grippe mit (sehr) schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit rechnen.  

Über den BfR Corona-Monitor 

Der BfR Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020 werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR Corona-Monitor. 

Die Ergebnisse der ersten Welle können unter  https://www.bfr.bund.de/cm/343/200324-bfr-corona-monitor.pdf  heruntergeladen werden.

Über das BfR 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen. 

Zur Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung: https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2020/07/ansteckung_mit_dem_coronavirus__am_meisten_gefuerchtet_sind_andere_menschen___und_tuerklinken-244691.html


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