30. April 2020

6. Corona-Monitor des BfR: Sorge um Gesundheit und Wirtschaft


Sechste Ausgabe des „BfR-Corona-Monitors“ zeigt, das Ausmaß der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen wird etwa gleich hoch eingeschätzt

Stehen angesichts der Coronavirus-Pandemie eher die gesundheitlichen oder die wirtschaftlichen Folgen im Vordergrund? Die Ergebnisse des „BfR-Corona-Monitors“, einer regelmäßigen Umfrage die Kantar im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wöchentlich erstellt, zeigen, dass beides gleichermaßen mit Sorge betrachtet wird. Während sich die Befragten in den vergangenen Wochen stärker von den wirtschaftlichen als den gesundheitlichen Auswirkungen betroffen fühlten, ist dieser Unterschied in der aktuellen Woche nicht mehr erkennbar.

Der in Deutschland geltenden Pflicht zum Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel stimmen 83 Prozent zu und halten sie für angemessen. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, bereits Masken und Handschuhe zu verwenden, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Die Maskenpflicht hat jedoch anscheinend keinen Einfluss auf den wahrgenommenen Schutz vor einer Ansteckung. Wie auch in der Vorwoche sind nur 36 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer davon überzeugt, sich selbst vor einer Infektion mit den neuartigen Coronavirus schützen zu können. Die Mehrheit der Befragten schätzt zudem die Nähe zu anderen Menschen weiterhin als einen wahrscheinlichen Infektionsweg ein.

Die Akzeptanz für die Schließung bestimmter Geschäfte liegt bei 66 Prozent, und das noch anhaltende Kontaktverbot wird inzwischen nur noch von 77 Prozent der Befragten befürwortet – ein Rückgang von 15 Prozentpunkten im Vergleich zur ersten Erhebung vor fünf Wochen. Nahezu unverändert ist dagegen seit Beginn der Befragung im März die hohe Zustimmung gegenüber den Einschränkungen von Reiseaktivitäten (93 Prozent).

Über den BfR Corona-Monitor

Der BfR Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020 werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR Corona-Monitor. 

Studiendownload der 6. Welle des BfR-Corona-Monitor – Stand 28. April 2020 (1.1 MB)

Die Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung ist hier abrufbar. 

Über das BfR  

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.


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